Handyregeln für Kinder: sieben, die im Alltag halten
Sieben Regeln reichen. Länger wird sie nicht befolgt. Und die wichtigste Regel gilt auch für dich, sonst hält keine einzige.
Warum lange Listen scheitern
Es gibt Regellisten mit zwanzig Punkten. Kein Kind merkt sich zwanzig Punkte, und keine Familie setzt sie durch. Nach zwei Wochen hängt der Zettel noch da und niemand schaut hin.
Kürzer ist strenger. Sieben Regeln kann man aufsagen. Was man aufsagen kann, hält man eher ein.
Die sieben
- Nachts liegt das Handy nicht im Kinderzimmer. Ohne Ausnahme, auch nicht am Wochenende.
- Beim Essen liegt es weg. Bei allen am Tisch.
- Keine Fotos von sich verschicken. Auch nicht an beste Freunde, auch nicht als Spaß.
- Fremde Kontakte werden blockiert und gemeldet, nicht beantwortet.
- Käufe nur mit Erlaubnis. Auch die kostenlosen, die später Geld wollen.
- Wenn etwas komisch ist, kommst du zu mir. Ohne Ärger. Das ist die Zusage von deiner Seite.
- Ich schaue nicht heimlich mit. Wenn ich etwas wissen will, frage ich dich.
Die Regel, die für dich gilt
Regel zwei und sechs betreffen auch dich. Wenn du beim Essen aufs Handy schaust, ist die Regel tot. Wenn du bei einem Fehler laut wirst, kommt dein Kind beim nächsten Mal nicht mehr.
Das ist unbequem, aber es ist der Unterschied zwischen einer Regel und einem Aushang.
So macht ihr es verbindlich
- 1Zusammen aufschreiben
Nicht du allein. Ein Kind, das mitschreibt, hält sich eher daran.
- 2Beide unterschreiben
Klingt förmlich, wirkt aber. Es macht aus einer Ansage eine Abmachung.
- 3Sichtbar aufhängen
Küche oder Flur, nicht das Kinderzimmer. Dort sieht es keiner.
- 4Nach vier Wochen nachbessern
Was nicht funktioniert hat, wird geändert. Regeln, die nie eingehalten werden, gehören weg.
Regeln ersetzen kein Gespräch. Ein Kind, das die sieben Punkte auswendig kann, aber nie mit dir darüber redet, was ihm im Netz begegnet, ist nicht sicherer. Der Zettel ist der Anfang, nicht das Ziel.