Wenn etwas passiert ist: die drei Schritte in der richtigen Reihenfolge
Sichern, dann melden, dann Hilfe holen. In dieser Reihenfolge. Der häufigste Fehler ist, zuerst zu löschen, denn damit sind die Beweise weg.
Der erste Fehler passiert in den ersten Minuten
Der Reflex ist verständlich: weg damit. Chat löschen, Kontakt sperren, Handy weglegen. Genau das macht es schwerer.
Ohne Nachweis kann niemand etwas melden, keine Plattform, keine Schule, keine Polizei. Und das Kind steht mit seiner Aussage allein da.
Die drei Schritte
- 1Sichern
Bildschirmfotos von allem: Nachrichten, Profil, Zeitstempel, Nutzername. Auf ein anderes Gerät kopieren, nicht nur auf dem Handy lassen.
- 2Melden
In der App selbst melden und blockieren. Bei Drohungen oder Bildern von Minderjährigen zusätzlich zur Polizei, das geht auch online.
- 3Hilfe holen
Schule informieren, wenn Mitschüler beteiligt sind. Bei Belastung eine Beratungsstelle. Die Nummer gegen Kummer ist kostenlos und anonym.
Was dein Kind jetzt von dir braucht
- Kein „warum hast du das gemacht". Schuldzuweisung sorgt dafür, dass es beim nächsten Mal schweigt.
- Ein klarer Satz: Das war nicht deine Schuld, und wir kriegen das hin.
- Dass du die nächsten Schritte übernimmst. Ein Kind soll nicht die Polizei anrufen müssen.
- Ruhe. Deine Aufregung überträgt sich sofort.
Nicht jeder Fall lässt sich lösen. Manche Bilder bekommt man nicht mehr aus dem Netz, und manche Konflikte hören nicht sofort auf. Was hilft, ist, dass dein Kind nicht allein damit ist.